Über Nippes

Kölns viertgrößter Stadtteil

Mit 36.345 Menschen (Stand: Ende 2021) ist Nippes heute der viertgrößte Stadtteil Kölns – nach Mülheim, Ehrenfeld und der Neustadt-Süd (City) – und damit gleichzeitig der mit Abstand größte Stadtteil des Kölner Nordens. In den vergangenen Jahren ist Nippes durch mehrere Neubauprojekte stark gewachsen – allen voran durch die Entwicklung des früheren Eisenbahn-Werksgeländes im Nippeser Westen zum (in Teilen autofreien!) Wohnviertel, die „Parkveedel“-Siedlung an der Ecke Niehler Straße / Hochbahn, sowie die bis heute andauernde Umwandlung des Clouth-Geländes vom früheren Fabrikareal zum jüngsten Nippeser Veedel.

Nippes hat ein ganz eigenes, besonderes Flair: Kölsch und gleichzeitig multikulti, manchmal aufregend, manchmal beschaulich, großstädtisch geprägt mit kurzen Wegen für alles – und zugleich mit ganz viel Grün und Parks ringsum. Einige Nippeser Spezialitäten sind der einzige täglich stattfindende Kölner Wochenmarkt auf dem Wilhelmplatz, die sehr vielfältige Gastronomie, der eigene Kaufhof, Kölns einziges Schul-Planetarium im Leonardo-da-Vinci-Gymnasium, sowie die wunderschönen Plätze – etwa der Leipziger Platz mit seinem riesigen Spielplatz, der von Fritz Encke geplante Erzbergerplatz oder der Schillplatz mit seinen hübschen Altbauten, der Kirche St. Heinrich und Kunigund und den großen Café-Terrassen. Und es wird viel gefeiert: allen voran beim Nippeser Bürgerfest des Traditionscorps Nippeser Bürgerwehr auf der Neusser Straße, dem seit 2012 stattfindenden Veedels-Festival „Blauer Abend in Nippes“ – und natürlich bei unserem Nikolausmarkt auf dem Schillplatz :-)))

Impression von unserem Nikolausmarkt…

Seit 1888 ein Teil von Köln

Dort, wo heute Köln-Nippes liegt, gab es schon in der Römerzeit eine „villa“. Das heutige Nippes ist jedoch aus der Ortschaft Mauenheim hervorgegangen (Varianten: Mawenheimb, Mouvenheimb, Maulheim). Der Name ist 1199 zum ersten Mal urkundlich belegt. Kern dieses Dorfes waren drei größere Höfe an einem Gewässer, das aus einem alten Rheinarm hervorgegangen war. Es ist das heute verlandete „Nippeser Tälchen“. Um diese Höfe herum hat es einige kleinere Häuser gegeben. Die „Herrlichkeit Mauenheim“ – zunächst wahrscheinlich Besitz des kölnischen Rittergeschlechts derer von Mauenheim – gehörte seit etwa 1100 n.Chr. zum weltlichen Herrschaftsbereich der Kölner Erzbischöfe („Kurköln“) und unterstand dem Kölner Stift St. Kunibert.

Im 16. Jahrhundert taucht in Urkunden, die Mauenheim betreffen, der Name „Nippes“ auf. Oft lautet die Angabe, dass jemand „in Mauenheim am Nippes“ wohnt. Daraus lässt sich schließen, dass „das Nippes“ ursprünglich ein auffälliges Gebäude war, also „Nippes“ aus „Nipp-Haus“ ähnlich wie „Backes“ aus „Backhaus“ hervorgegangen ist. Die Deutung der ersten Silbe ist nicht sicher; möglicherweise bedeutet „Nippes“ soviel wie „Haus auf einer Anhöhe“. Das Haus, das dem Ort anscheinend seinen Namen gegeben hat, konnte leider bisher nicht lokalisiert werden. „Nippes“ kommt aber auch in anderen Gemeinden des Rheinlands und der Eifel als Ortsname vor.

Landkarten des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts verzeichnen „Mauenheim“ und „Nippes“ als zwei dicht beieinanderliegende Ansiedlungen, die dann bald zusammenwachsen. Für die gesamte Siedlung setzt sich schließlich der Name „Nippes“ durch. Der Kölner Stadtteil, der heute „Mauenheim“ heißt, wurde in den 1920er Jahren neu erbaut. Er erhielt dann den inzwischen verwaisten Namen Mauenheim. Eine wirkliche Kontinuität zwischen dem „alten“ und dem „neuen“ Mauenheim gibt es also nicht.

Die Franzosen, die die kurkölnischen Lande 1794 besetzen, fassen verschiedene Dörfer im Norden von Köln, darunter auch Mauenheim und Nippes, in der „Mairie de Longerich“ zusammen. Die Preußen übernehmen ab 1815 im Wesentlichen die bestehenden Verwaltungsstrukturen. Nippes gehört zur „Bürgermeisterei Longerich“ und wird 1888 nach Köln eingemeindet. Heute steht der Name nicht nur für den Stadtteil – mit etwa 32.000 Einwohnern – , sondern er bezeichnet auch einen Kölner Stadtbezirk mit etwa 110 000.Einwohnern.

(Quelle: Archiv für Stadtteilgeschichte Köln-Nippes)

Die neuen Sportplätze am Inneren Grüngürtel sind hochbeliebt.